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Veröffentlich in den Insights
14.01.2019 10:00

Arbeitskultur: Mitarbeiterbindung wird immer schwerer

Mitarbeiterbindung und Unternehmenskultur

Ein Unternehmen kann nur so gut sein, wie die Menschen, die dort arbeiten. Deshalb ist und bleibt das größte Kapital eines jeden Unternehmens seine Mitarbeiter. Gerade im rauen Fahrwasser der Digitalisierung und des schwelenden Fachkräftemangels ist es enorm schwierig die besten Mitarbeiter an die Angel zu bekommen und bestehende nicht vom Haken zu lassen. Und Geld allein ködert schon lange keine Talente mehr, es spielen immer mehr weiche Faktoren eine Rolle.

Dass ein Drittel der Angestellten in Deutschland angibt, ihrem Arbeitgeber treu bleiben zu wollen, mutet erstmal positiv an. Nüchtern betrachtet bedeutet es aber, dass zwei von drei Angestellten offen für alternative Angebote sind – und schnell durch die Tür. Das könnte daran liegen, dass sich immer mehr Menschen immer häufiger beruflich umorientieren und breiter aufstellen möchten. Oder an den gestiegenen Ansprüchen an die Arbeitgeber. Und sie steigen mit den Millennials und immer mehr Youngstern aus der Generation Z, die auf den Arbeitsmarkt drängen noch immer weiter. Sie alle bringen ein anderes Mindset und andere Werte mit, als noch ihre Eltern, denen es vor allen Dingen um Sicherheit und weniger um Selbstverwirklichung ging.

Das bedeutet nicht, dass wir es hier mit einer Horde Träumern und Faulenzern zu tun haben, vielmehr sprechen wir häufig von intrinsisch stark motivierten Fachkräften mit einem top Verständnis für unsere digitale Realität. Aber eben auch mit veränderten Erwartungen an das Konzept Arbeit und den Platz den es in ihrem Leben einnimmt. 

Egal ob Sie ein kleines Startup, ein Unternehmen des Mittelstandes oder eben eine Bank sind: Wenn Sie nur mittelmäßiges Talent an Bord haben, wird ihr Unternehmen auch nie mehr als mittelmäßig sein. In Zeiten, in denen sich nicht nur Banken an erster Stelle mit der Umsetzung digitaler Aufgaben beschäftigen müssen, ist gutes Personal, gerade in der IT aber selbstverständlich auch in den richtungsgebenden Führungsetagen, Pflicht.

Angestellte brauchen mehr als Geld, um glücklich zu sein

Nicht nur fette Gehälter, vor allen Dingen Freiheit und Selbstbestimmung spielen heute für Angestellte eine große Rolle. Gleitzeit und Homeoffice waren noch vor einigen Jahren eher die Ausnahme – heute kann fast niemand mehr ohne leben. Doch wie gewährt man als Bank, die so vielen Vorgaben und Regularien unterliegt, Themen wie Selbstverwirklichung und fachliche wie persönliche Entfaltungsmöglichkeiten in der Arbeit? Karrierechancen, Status und Prestige können ja nicht der einzige Anreiz sein.

Außerdem kann nicht jeder Mitarbeiter Entscheider sein. Motivierende Strategien zur Weiterentwicklung, eine Perspektive und nicht zuletzt die Sicherheit des aktuellen Jobs spielen eine Rolle. Der gesamte Führungsstil und die Unternehmenskultur im weitesten Sinne werden zunehmend wichtiger. Eine Umgebung in der man sich als Mitarbeiter nicht nur wohl fühlt, sondern auch gleichzeitig in seinen Fähigkeiten gefördert wird, wünscht sich jeder Arbeitnehmer.

Das alles zusammengenommen ist ein ganz schön luxuriöses Paket, das aber besonders in der Web- und IT-Landschaft mehr und mehr zum Standard wird. Die schlechte Nachricht für zahlungskräftige Unternehmen mit starren Strukturen, 60-Stunden Wochen und Knast-Atmosphäre: das Gehalt als Anreiz für einen Job nennen Arbeitnehmer erst an sechster Stelle. Statt mit Geld um sich zu werfen sollten Sie sich um die Menschen im Unternehmen kümmern, es auch nach innen aktiv vermarkten und die Strukturen schaffen, die sich Ihre Mitarbeiter wünschen. Und dabei vom Gedanken ablassen, dass mehr Arbeitsstunden und Druck auch mehr und bessere Ergebnisse verspricht.

Das alles ist als Bank natürlich gar nicht so einfach umzusetzen, jedes Team aber kann hier im Kleinen und für sich aber schon einen Unterschied machen. Mit welchen Maßnahmen Verantwortliche ihr Unternehmen attraktiv für neue Talente machen können, was dringend vermieden werden muss und welche positiven Effekte gutes Employer Branding auch nach außen hat, lesen Sie im nächsten Artikel.