Veröffentlich in den Insights
22.03.2019 11:00

Von Wegen Jobkiller: Künstliche Intelligenz verändert unsere Aufgaben

Künstliche Intelligenz verändert Jobs

Sie wird bereits als Treiber der vierten industriellen Revolution bezeichnet: die Künstliche Intelligenz, oft einfach KI oder AI (für artificial intelligence) genannt. Einige Branchen verändert sie bereits spürbar, ganz vorne dabei ist die Finanzindustrie. Banken und ihre Mitarbeiter sind bereits betroffen und werden es in Zukunft noch deutlich stärker sein. Ist KI ein Job-Killer, Transformator oder schafft die Technologie gar Jobs im Finanzsektor? Und was ändert sich für Angestellte dadurch?

Wenn KI die angekündigte Revolution sein sollte, dann können wir uns darauf verlassen, dass sie unsere Art zu arbeiten grundlegend verändern wird. Unsere Aufgaben als Angestellte, sei es in Banken, Versicherungen, Verwaltung oder Logistik, werden sich verändern. KI wird für uns mehr eine Kollegin sein, die unliebsame Aufgaben ohne Murren und sehr effizient erledigt. Viele Jobs werden dadurch überflüssig werden, kein Zweifel. Aber viel mehr noch werden dadurch neu geschaffen, denn es werden mit zunehmender Reife der Technologie gänzlich neue Geschäftsmodelle und sogar Branchen entstehen.

Es ist bereits an der Zeit sich damit auseinanderzusetzen, wie man mit der personellen Veränderung umgehen soll. Das heißt nicht, zu trainieren, wie man Mitarbeiter freundlich durch die Tür winkt, sondern seine Teams auf eine neue Situation vorzubereiten und potenzielle Anwendungsfälle zu antizipieren.

Verunsicherung vermeiden, alternde Prozesse identifizieren

Je prominenter das Thema wird, desto mehr Verunsicherung wird unter denen herrschen, deren Aufgaben am ehesten durch clevere Algorithmen ersetzt werden könnten. Mitarbeiter müssen über den Entscheidungsprozess informiert werden und versichert sein, dass es vor allem darum geht, gemeinsam manuelle Prozesse umzustellen und die neuen Lösungen als Chance zu betrachten. Es geht darum, Aufgaben und nicht Jobs zu optimieren. Nicht darum, dass in der Chefetage beschlossen wurde, Menschen gegen kostengünstigere Maschinen zu ersetzen. Diese dystopische Vorstellung ist hoffentlich noch weit entfernt.

KI zu implementieren bedeutet nicht, einen magischen Computer anzuschließen, der fortan selbständig Aufgaben erledigt. Vielmehr gilt es erst einmal, die Prozesse und Chancen zu entdecken, die verändert, verbessert oder ersetzt werden müssen. Das sind strategische Entscheidungen, in die viele Mitarbeiter mit einbezogen werden sollten. Dann müssen die Daten identifiziert und überprüft werden, anhand derer eine KI trainiert werden soll. Erst dann kann eine KI effizient und für ein Unternehmen zum Vorteil arbeiten. Es handelt sich “nur” um ein Computerprogramm, das in bestimmtem Maße bedient werden muss. In welchen Anwendungsfällen sie zum Einsatz kommt und von wem sie überwacht und trainiert wird, bleibt eine rein menschliche Aufgabe.

Mitarbeiter benötigen Lernwillen und flexibles Mindset

Deshalb müssen auch Mitarbeiter entsprechend ausgebildet sein. Wer hat heutzutage schon Ahnung von künstlicher Intelligenz und wie sie funktioniert, respektive wie sie mit Daten gefüttert werden muss, um richtig zu funktionieren? Und seien Sie beruhigt: Zwar gibt es immer mehr Programmierer und Dateningenieure, aber wohl nicht genügend, um so viele KI-Systeme zu implementieren, dass eine große Zahl an Arbeitskräften kurzfristig ersetzt werden kann. Daher werden sich in Zukunft immer mehr Angestellte in diesem Bereich fortbilden, um fortan mit KI als zusätzliche Ressource zu arbeiten.

Was aber immer mehr Mitarbeiter betreffen wird: es wird überall dynamischer und agiler zugehen, als in vielen Unternehmen bisher. In einer Bank wird ein heutiger Sachbearbeiter in seiner zukünftigen Rolle einfach flexibler agieren und mehr Bereitschaft zum Lernen und Verändern mitbringen müssen. Wenn sich mehr und mehr Prozesse verändern, muss das ganze Unternehmen bereit sein, darauf reagieren zu können. Das ist die große arbeitskulturelle Veränderung, die uns durch künstliche Intelligenz ins Haus steht. Das ist die größte Herausforderung für Entscheider – nicht nur in den Banken dieser Welt, auch in vielen, vielen anderen Branchen.