Veröffentlich in den Insights
05.04.2019 12:00

Social Media: Chancen für Finanzinstitute

Social Media Marketing

Es gibt kaum eine Bank, die nicht verhältnismäßig zurückhaltend wäre, was ihren Umgang mit den sozialen Medien betrifft. Seit ein paar Jahren sind die Zahlen von Social Media Postings von Finanzinstituten sogar insgesamt deutlich rückläufig, was aber auch daran liegt, dass nun eher weniger aufwendige Video- statt massenhaft einfacher Text-Postings veröffentlicht werden. Trotzdem kann man sich dem Eindruck nicht entziehen, dass Banken das Social Media-Pferd nicht so recht satteln wollen.

Dabei kann man speziell durch die verschiedenen Social Media Kanäle relativ effizient kommunizieren und dadurch Ziele in unterschiedlichen Bereichen erreichen, während man zudem die Möglichkeit hat, selbst winzige Budgets noch zu verplanen, die oft irgendwo überhängen. Es gibt ein paar gute Gründe, soziale Medien gezielt zu nutzen – und nur wenige dagegen.

Die perfekte Zielgruppe ansprechen

Ein neues Projekt ist angelaufen, ein MVP (Minimum Viable Product) soll an einer kleinen Zielgruppe getestet werden, die Markenbekanntheit gegenüber Geschäftsführern von KMUs soll gesteigert werden – für all das ist Social Media die perfekte Plattform. Nirgends lassen sich Zielgruppen derart filigran definieren, wie in sozialen Netzwerken. Fast 90% der Anzeigen in sozialen Netzwerken können der wirklich relevanten Zielgruppe zugespielt werden, im Gegensatz zu unter 40% bei anderen digitalen Werbemaßnahmen. Zugegeben, hier bedarf es einiger Übung und ständiger Kontrolle und Anpassung, die Ergebnisse rechtfertigen den initialen Aufwand aber locker.

Markenbekanntheit und -differenzierung

In vielen Social Media Marketing Leitfäden steht an erster Stelle eine flächendeckende, weniger gezielte Ansprache großer Zielgruppen. Durch diese als Carpet Bombing (Flächenbombardement) bezeichnete Technik lässt sich nicht nur für darauf folgende Aktivitäten die engere Zielgruppe besser bestimmen, das Vorgehen steigert auch die Markenbekanntheit. Damit und mit gezielten Kampagnen – die nicht unbedingt immer bezahlt sein müssen – hat man die großartige Möglichkeit, nicht nur mit Kunden und Interessenten in Interaktion zu treten, sondern die Identität der Marke auf offensive Weise zu kommunizieren.

Die Basis dafür ist eine starke und authentische Markenstrategie, damit Glaubwürdigkeit und Ansehen nicht leiden – der Hauptgrund, wieso Banken häufig auf aufwendige Social Media Aktivitäten verzichten. Jeder hat bereits mindestens einmal von Shitstorms gehört, die nachhaltigen Schaden an einer Marke angerichtet haben.

Websitebesuche steigern und Conversions optimieren

Ob man einen Post organisch, also nur den eigenen Fans/Followern, oder bezahlt an auswählbare Zielgruppen ausspielt: Wer über sein Business Profil Links zur eigenen Homepage veröffentlicht, steigert deren Aufrufe. Ob man Nutzer auf seine Startseite lockt, auf eine spezielle Produkt- oder Angebotsseite oder auf den Unternehmensblog – ist ein User auf der Seite, ist das Potenzial für den Lead oder die Conversion da. Je nachdem, wohin ein User geschickt wird, lässt sich bereits im Posting durch Bild- oder Video auf eine bestimmte Handlung auf der Website hinarbeiten: Download der App, Kontaktaufforderung oder Vertragsabschluss online. Alles lässt sich dynamisch anpassen und kontrollieren. Es ist sogar überaus einfach, den Erfolg seiner Kampagnen zu verfolgen, hat man doch auf jeder Social Media Plattform einen eigenen Werbeanzeigenmanager mit vielen wertvollen Kampagnen-Insights an der Hand und mit eigenen verfolgbaren Links außerdem die Möglichkeit die anschließenden Schritte aller Nutzer, etwa über über Google Analytics, zu verfolgen. So kann man spielerisch die eigene Website optimieren und zukünftige Kampagnen noch besser planen.

Fazit? Machen!

Eine Social Media Strategie zu entwerfen ist ein Haufen Arbeit, der bei laufenden Kampagnen kaum kleiner wird. Das Potenzial für Fehltritte ist groß, häufig fallen Unternehmen allerdings aus fehlender Sorgfalt oder unzureichend definierter Markenidentität auf die Nase. Wenn wir Social Media Marketing aber wirklich ernst nehmen und dieselbe Mühe und Ressourcen hineinstecken, wie in andere Marketingmaßnahmen, bietet es viele Chancen und dauerhaft sehr effiziente, kostengünstige Verbreitung von Botschaften und echte Interaktion mit Kunden. Wer Social Media blockiert oder nur halbherzig bedient, wird wenig befriedigende Ergebnisse produzieren und fortan darüber schimpfen. Schade – Chance vergeben.