Veröffentlich in den Insights
11.06.2019 14:00

Weiterbildung 4.0: Wie Arbeitnehmer mit der Digitalisierung Schritt halten

Wer als Arbeitnehmer im Zuge des digitalen Wandels nicht auf der Strecke bleiben möchte, muss sich regelmäßig mit dem Thema Weiterbildung auseinandersetzen. Aber wie funktioniert die Fortbildung im Zeitalter der Digitalisierung eigentlich? Übernimmt der Arbeitgeber die anfallenden Kosten? Welche staatlichen Förderungen können Arbeitnehmer in Anspruch nehmen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um die Weiterbildung 4.0.

Regelmäßige Weiterbildungen sind Teil des Berufslebens

Arbeiten in virtuellen Teams, Homeoffice, das Bedienen unterschiedlichster Cloudsoftware: Die digitale Transformation hat das Gros der deutschen Unternehmen längst erreicht – und zwingt auch alteingesessene Arbeitnehmer zum Umlernen. Wer im Job bestehen und die Karriereleiter weiter nach oben klettern möchte, muss sich zwangsweise mit den neuen Technologien und Arbeitsprozessen vertraut machen, die die Digitalisierung mitbringt. Das gilt nicht nur für ältere Arbeitnehmer, die viele moderne Technologien als echtes „Neuland“ erleben. Digital Natives sind ebenso gefordert. Es liegt im Wesen des digitalen Wandels, dass er permanenten Innovationsschüben unterworfen ist. Eine kontinuierliche Weiterbildung wird künftig neben der eigentlichen Ausbildung unweigerlich die zweite Säule im Berufsleben werden. Der Wert eines modernen Arbeitnehmers misst sich schon jetzt nicht nur an seiner derzeitigen fachlichen Qualifikation, sondern auch an der Bereitschaft, aktiv Weiterbildungen in Anspruch zu nehmen. Doch wie sieht die Weiterbildung 4.0 im Zeitalter der Digitalisierung eigentlich aus?

Präsenzveranstaltungen waren gestern: E-Learning liegt im Trend

Die gute Nachricht für qualifizierungswillige Arbeitnehmer: Zeitraubende Präsenzveranstaltungen, die im diametralen Gegensatz zum vollgestopften Terminkalender stehen, sind längst nicht mehr die Regel. Stattdessen liegen E-Learning-Formate voll im Trend. Zu den häufigsten Lehrformaten zählen die folgenden:

  • Webinare: Diese virtuellen Seminare, die problemlos am Laptop verfolgt werden können, werden häufig mit Videos und Software-Tools kombiniert, um einen besseren Lernerfolg zu erzielen.
  • E-Books: Das E-Book ist mehr als eine verschriftlichte, digitale Lehrsammlung. In der Regel wird es durch Bilder, Grafiken, Videos, Animationen, Links und QR-Codes angereichert. Der klassischen analogen Lektüre ist es damit haushoch überlegen.
  • Apps: Einmal installiert, werden Lern-Apps zu Ihrem ständigen Begleiter. So hat die Weiterbildung 4.0 ihre Sternstunde mitunter beim Warten auf den Bus.
  • Serious Games: Häufige Interaktionen steigern den Lernerfolg. Diesen Effekt machen sich Serious Games zunutze. Die Lernspiele vermitteln Informationen auf spielerische Weise.
  • Online-Communitys: Vernetzung ist integrativer Teil der Weiterbildung 4.0. Dank aktiver Online-Communitys lernen Sie im Team – und profitieren von der Expertise anderer Arbeitnehmer.

Ganz ersetzen wird das digitale Lernen die klassischen Präsenzveranstaltungen sicherlich nie. Gerade bei unternehmensintern angebotenen Weiterbildungen sind Workshops und Seminare schon aus Gründen der Organisation die Lehrformen der Wahl.

Auf einen Blick: die Vorteile von E-Learning

Dass E-Learning-Tools auf dem Vormarsch sind, liegt nicht nur daran, dass deren Entwicklung immer einfacher umzusetzen ist. Vielmehr stoßen sie insbesondere bei Arbeitnehmern auf eine positive Resonanz – aus verschiedenen Gründen.

  • Während klassischer Frontalunterricht und trockene Texte auf die meisten Menschen eher eine einschläfernde Wirkung haben, motiviert der multimediale Ansatz des E-Learnings.
  • E-Learning ermöglicht ein zeitlich und räumlich unabhängiges Arbeiten, was das Zeitmanagement auf eine neue Stufe hebt. Die Bahnfahrt auf dem Weg zur Arbeit kann ebenso zur Weiterbildung genutzt werden wie der entspannte Nachmittag am See.
  • Damit profitiert auch die viel beschworene Work-Life-Balance vom digitalen Lernen. Dank eines Höchstmaßes an Flexibilität lassen sich Familie, Arbeit und Weiterbildung gut unter einen Hut bringen.
  • Im Vergleich zur Präsenzveranstaltung geht die digitale Weiterbildung mit deutlich niedrigeren Kosten einher.

Weiterbildung 4.0 – die Sache mit den Kosten

Apropos Kosten: Das Gros der Arbeitgeber ist sich des Wertes von Weiterbildungen bewusst – und bietet entsprechende Möglichkeiten kostenlos im Unternehmen an. Selbst für Fortbildungen, die nicht unternehmensintern veranstaltet werden, steht interessierten Arbeitnehmern in der Regel ein Budget zur Verfügung. Ob Sie für entsprechende Weiterbildungsmaßnahmen einen Teil Ihrer Arbeitszeit aufwenden dürfen, müssen Sie allerdings individuell mit Ihrem Arbeitgeber aushandeln.

Tipp

Zeigen Sie ruhig Initiative und machen Sie Ihren Chef auf Ihre Weiterbildungswünsche aufmerksam – gerne mit Vorschlägen zu konkreten Qualifizierungsmaßnahmen, die Sie in der Freizeit absolvieren können. Ihr Engagement wird sicherlich nicht vergessen.

Wann der Staat einspringt

Trotz der allgemein großen Bereitschaft der Arbeitgeber, in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter zu investieren, kann nicht jedes Unternehmen Geld für entsprechende Maßnahmen aufbringen. Das bedeutet allerdings nicht zwangsweise, dass Arbeitnehmer Fortbildungen aus eigener Tasche bezahlen müssen. Auch der Staat fördert Weiterbildungsmaßnahmen auf verschiedene Weise:

  • Personen mit geringem Einkommen haben bei einer berufsbezogenen Weiterbildung gute Chancen auf die Bildungsprämie der Bundesregierung und des Europäischen Sozialfonds (ESF).
  • Junge Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung können das Weiterbildungsstipendium des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in Anspruch nehmen.
  • Mit dem Aufstiegs-BAföG unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Vorbereitung auf mehr als 700 Abschlüsse – darunter etwa Betriebswirt, Erzieher und Meister.
  • Unter Umständen können Arbeitnehmer die Weiterbildungsschecks der Länder nutzen. Diese Art der Förderung existiert allerdings nicht in jedem Bundesland. Ob Sie entsprechende Fördermittel in Anspruch nehmen können, erfahren Sie beim Deutschen Bildungsserver für Weiterbildungskurse.

Zusammengenommen ermöglichen die Weiterbildungsangebote der Arbeitgeber und die Förderungen des Staates nahezu jedem Arbeitnehmer eine Weiterbildung, ohne dass er auf den anfallenden Kosten sitzen bleiben müsste.

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