#Hintergründe
Veröffentlich in den Insights
27.04.2018 12:00

Wie sieht gutes Bank-Marketing heute aus?

Innovatives Bank Marketing

Was bringen einer Bank die innovativsten und lukrativsten Angebote, wenn sie die Kunden nicht erreichen? In einer Zeit, in der sich die Marketing-Bemühungen jedes Unternehmens gegen eine wahnsinnige Informationsflut durchsetzen müssen, gilt mehr als je zuvor: Marketing muss ebenso unterhalten, wie informieren. Und dazu erstmal die Chance bekommen, also dahin vordringen, wo Botschaften wirken können. Um das zu realisieren, muss neben emotionaler Ansprache vor allem das Konzept und der technologische Background stimmen.

Erzähl mir eine Geschichte …

Unter Gedächtniskünstlern gibt es den einfachen wie effektiven Trick, sich endlose Reihen arbiträrer Begriffe zu merken, indem sie sie in eine visualisierbare Geschichte einbetten. Auf diese Art und Weise werden die scheinbar unwichtigen Infos, die das Gehirn sonst einfach auf dem Weg vom Kurz- ins Langzeitgedächtnis über Bord wirft, dennoch dauerhaft gespeichert. Geschichten bleiben hängen.

Diesen Effekt macht sich das Storytelling in der Werbung zu Nutze. Eine Methode, bei der mithilfe von emotional ansprechenden Kurzgeschichten Botschaften transportiert werden. Diese beinhalten Informationen über Produkte, die der Absender im Bewusstsein potentieller Kunden verankern möchte. Zwar ist es unwahrscheinlich, dass man per Storytelling den Kunden gleich alle Details eines Produktes nahebringen kann. Durch den emotionalen Charakter des Storytellings aber ist es wahrscheinlich, dass Verbraucher sich viel eher an ein Produkt erinnern, da sie es mit positiven Erinnerungen verknüpfen. Ist das Interesse dann wieder wach, wird der Kunde proaktiv alle weiteren Informationen selbständig einholen und dabei positiv eingestellt an die Recherche gehen.

Besser als reine Textgeschichten funktionieren dabei Bilder und vor allem Videos. Und während natürlicherweise die meisten Menschen behaupten, dass informativer Content ihnen besser gefällt, sollte dieser immer unter dem Deckmantel guter Unterhaltung daherkommen – denn eigentlich wollen wir bei aller Informationsflut so oft wie möglich einfach mal abschalten.

Storytelling findet aber auch in ganz anderen Bereichen Verwendung, wie User Experience Design, Produktentwicklung und als Prinzip für Mitarbeiterführung und -motivation. 

Marketing Automation

Der Grund für unsere mediale Übersättigung ist unter anderem auch die immer weiter zunehmenden Automatisierung des Marketings. Dazu zählt vor allen Dingen die Analyse der laufenden Maßnahmen und die daraus resultierenden immer relevanter werdenden Kampagnen, denen Kunden sich kaum noch entziehen können – weil deren Ziel ist, dass sie das gar nicht mehr wollen. Bei Automation-Tools laufen alle Fäden dazu zusammen.

Von sogenannten Funnels (in denen eine Vielzahl an Nutzern angesprochen und dann in mehreren Interaktionsschritten zu vielversprechenden Leads aussortiert werden) über die entsprechenden Kampagnen (bspw. per Email-Marketing) bis hin zum Retargerting (dem erneuten Kontaktieren von Nutzern, die Interesse gezeigt, aber nicht gekauft haben) ist hier alles einfach handhabbar. Alle Informationen zu potentiellen Kunden und deren Reaktionen auf bestimmte Maßnahmen werden strukturiert bereitgestellt.

Ohne ordentliche Marketing Automation geht gar nichts mehr, denn der Weg zum Verkauf wie auch zur guten Kundenbindung führt vor allem über möglichst lückenlose Daten über ebendiese. Nur dann kann man alle ihren Bedürfnissen entsprechend ansprechen und ihnen die Botschaften liefern, die sie sehen wollen.

Immer mehr Kanäle und Trends

Jeder Kommunikationskanal unterscheidet sich von anderen. Das gilt nicht nur für die Differenzierung zwischen Online und Offline, sondern hier jeweils für die verschiedenen Kanäle die darin inbegriffen sind. Ob bei Twitter, Facebook, Xing oder Linkedin Werbung betrieben wird macht einen enormen Unterschied und so muss für jeden Kanal zielgruppenspezifisch gearbeitet werden. Immer abgestimmt auf die jeweiligen Ziele. Markenbekanntheit über Facebook, Lead-Generierung über Twitter, oder doch andersrum – oder lieber beides auf allen Kanälen?

Das ist natürlich keine unlösbare Aufgabe, sondern sogar eine relativ einfache, wenn sie auch einer wohl überlegten Strategie bedarf. Hier profitieren Marketer aber von simplen Business-Tools auf den Social Media Plattformen, die massig Nutzerdaten zur Verfügung stellen (wie wir alle spätestens seit Cambridge Analytica wissen) und greifen auf die lange Erfahrung im klassischen Marketing zurück, die jede Bank hat, um neuere Kanäle zu ergänzen. Hauptsache ganzheitlich, um keine Relevanten Zielgruppen zu verpassen.

Das A und O ist aber, dass Marketer nichts verschlafen. Häufig versprechen noch wenig genutzte Werbeflächen, wie etwa Werbeanzeigen in der Facebook Messenger App, einen Vorteil für deren Early Adopter, also die, die früh davon Wind bekommen und das Momentum der ersten Stunde nutzen. Wer verfolgt, wie viele Chatbots für den Facebook Messenger angeboten werden und wie die Nutzerzahlen in diesem wachsen, erkennt, dass der Messenger bald eine eigene Plattform für das Marketing darstellen kann. Solche Trends sind wichtig, um neue Nutzer effektiv zu erreichen, aber auch um dem Markenbild einen frischen Anstrich zu verpassen.

Sich ständig zu informieren und Trendthemen immer auf der Spur sein, zahlt sich immer mehr aus und ist ein Unterscheidungsmerkmal zwischen wirklich gutem und ausreichendem Marketing für Banken. Wo würden Sie sich sehen wollen?