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Veröffentlich in den Insights
22.06.2018 11:00

Biometrische Verfahren im Banking

Für Kunden ist die Sicherheit im Banking noch immer das große Sorgenkind. Gleichzeitig sind die Anforderungen an Komfort und Verfügbarkeit privater Banking Services gestiegen. Wie diese Faktoren, die sich auf den ersten Blick eher gegenseitig ausschließen, perfekt harmonieren können, zeigt das Beispiel biometrischer Verfahren.

Was, wenn Sie alles haben können? Mehr Sicherheit, ohne sich zahllose Passwörter zu merken? Besserer Service, ohne dass Sie Ihr Wohnzimmer verlassen müssen? Das alles ist möglich, den Schlüssel dazu halten Sie mit gewisser Wahrscheinlichkeit sogar bereits in der Hand: ihr Smartphone. Es ist das Gerät, das viele biometrische Verfahren für Sie verfügbar machen kann. Mit Fingerabdrucksensor, Gyroskop, Mikrofon und Kamera, teils sogar mit Infrarotsensoren zur 3D-Gesichtserkennung ausgestattet, erlaubt es zuverlässige Identifikation in kürzester Zeit.

Doch welche biometrischen Verfahren gibt es bereits und wo werden sie eingesetzt? Dies und einen kleinen Ausblick auf spannende zukünftige Authentifizierungsmethoden stellen wir Ihnen heute vor.

Auch mit Fingerabdruck hält doppelt besser

Apple gibt an, dass in etwa eine 1:50.000 Chance besteht, dass jemand anderes sich mit seinem Fingerabdruck in Ihr iPhone einloggen kann, mit Apples Face ID gibt der Konzern eine Wahrscheinlichkeit von 1:100.000 an – während die Chance, dass jemand einen vierstelligen Code richtig errät bei 1:10.000 liegt.

Biomarker wie Fingerabdruck oder Gesichtserkennung arbeiten also per se ziemlich zuverlässig und bringen für Sie den Vorteil mit sich, dass Sie Ihr Passwort immer dabei haben. Sie erlauben Ihnen das bequeme Einloggen in Ihr Handy oder Onlinebanking jederzeit und überall. Sogar das Eröffnen eines Bankkontos ist lange schon ohne Gang in die Filiale möglich – per Videoidentifikation.

Dabei gilt, was auch für Ihr Smartphone gelten sollte: Doppelt hält besser. Denn beim Identifizieren via Videochat kommen neben menschlichen Sachbearbeitern auch biometrische Bilderkennungsverfahren und Spracherkennung zum Einsatz. Gleichzeitig benötigen Sie Ihren Ausweis, der wiederum verschiedene Sicherheitsmerkmale aufweist. Eine Kombination verschiedener Verfahren ist immer am sichersten. Für Ihr mobiles Banking sollte also gelten: Einloggen ins Smartphone per Fingerabdruck, Login in die App mit einem Passwort oder je nach Anbieter mit Fingerabdruck und PIN-Eingabe. 

Auf Herz und Nieren prüfen

Auch Identifikation per Stimme, Pulsfrequenz und Retina-Scan können zur Identifikation genutzt werden und lassen dabei immer mehr Flexibilität und immer weniger Reibungspotential zu. Sogar Systeme, die aufzeichnen, wie ein Nutzer läuft und sein Smartphone aus der Tasche zieht, bevor es entsperrt wird, werden entwickelt und benötigen dazu nicht einmal neue Hardware. Viele Smartphones besitzen Accelerometer und Gyroskop-Sensoren, die registrieren wie schnell sich das Handy bewegt und wie es ausgerichtet ist. So muss man sich diese Daten, die ohnehin erfasst werden können, einfach zunutze machen.

Doch wieso ist das so wichtig?

Verbraucher beginnen sich zunehmend an das bequeme Entsperren ihres Smartphones per Fingerabdruck zu gewöhnen und werden zukünftig den Verzicht auf Passwörter auch in anderen Bereichen verlangen. Da nicht überall der Fingerabdruck sinnvoll ist, arbeiten Unternehmen an unterschiedlichen Lösungen oder Kombinationen verschiedener Verfahren.

Besonders das Payment Segment sucht aufgrund stetig zunehmender Betrugsfälle und Sicherheitslücken nach neuen Lösungen. Eine Business Insider Studie ergab, dass 2021 99% aller Smartphones in den USA mit einem Fingerabdrucksensor ausgestattet sein werden und die Forschung an biometrischen Verfahren sich schon jetzt primär in Felder jenseits des Fingerabdrucks bewegt – weitere flächendeckende Lösungen, die sich ebenso etablieren, werden also nicht lange auf sich warten lassen.

Nicht nur die Zahlungsabwicklung online und in Geschäften wird dadurch einfacher, sicherer und schneller. Auch Neukundenregistrierung (das gesamte Onboarding) und generell die Absicherung hoch sensibler Vorgänge (also solche, die persönliche Daten involvieren) mit zwei- oder drei-Faktor Authentifizierung – ohne, dass die Usability dabei unzumutbar wird – werden deutlicher verbessert werden. 

Und wer würde das nicht begrüßen?