Veröffentlich in den Insights
14.09.2018 13:00

Wie die Regulierung Sie und das Finanzsystem schützt

Regulierung der Banken

In unserem letzten Artikel haben Sie erfahren, wieso es wichtig sein kann, dass Banken reguliert und die entsprechenden Richtlinien – vorgeschlagen von zahlreichen Institutionen und Gremien – auch in nationales Recht übertragen werden. Die Finanzkrise von 2008 hat es verdeutlicht: Risikoreiche Geschäfte der Banken können wirtschaftliche Katastrophen auslösen und betreffen uns alle. Doch in welchen konkreten Bereichen greift die Regulierung? Das lesen Sie heute.

In unserer Nutzerumfrage hat Sie besonders interessiert, wie Banken reguliert werden und wie sie Ihre Daten verwenden dürfen. Letztere Frage haben wir bereits in großen Teilen in unseren Artikeln Banking in Europa: Datenschutz- vs. Zahlungsrichtlinie und Wer hat Angst vor der PSD2? beantwortet. An Dritte dürfen Banken Ihre Daten nur noch mit Ihrer expliziten Zustimmung weitergeben. Intern nutzen sie diese etwa, um Ihnen maßgeschneiderte Angebote zu unterbreiten oder ihre eigenen Services zu verbessern. 

Die Frage, wie genau Banken reguliert werden, ist hingegen weniger schnell beantwortet. Die Bankenregulierung zielt auf Anlegerschutz, Transparenz bei der Risikobereitschaft einer Bank sowie die Überwachung des Zahlungsverkehrs ab. Das weltweite Finanzsystem soll stabil bleiben ohne wirtschaftliches Wachstum zu behindern und die Kunden sollen bestmöglichen Service genießen und geschützt werden.

Dabei greifen die ersten der vielen Richtlinien in Deutschland bereits bei der Gründung einer Bank. 

In welchen Bereichen greift die Bankenregulierung?

Hierzulande gegründete Finanzhäuser müssen ein Eigenkapital von mindesten 730.000€ nachweisen, mindestens zwei fachlich geeignete Geschäftsführer besitzen, die offenlegen müssen, welche Anteile sie an der Bank halten sowie eine penibel genaue Prüfung des Business Plans überstehen.

Auch im Anschluss werden laufend die Einlagen der Banken mit den von ihr eingegangenen Risiken abgeglichen. Ein Beispiel: Banken, die besonders risikoreich wirtschaften (also beispielsweise im Kreditgeschäft sehr aktiv sind), müssen diese Geschäfte mit besonders viel Eigenkapital untermauern. Konservativer arbeitende Banken müssen entsprechend weniger Kapital vorhalten. Insgesamt wird das Kreditgeschäft vom Kreditwesengesetz (KWG), den Basel-Vorschriften und der MaRisk (Mindestanforderungen an das Risikomanagement) reguliert.

Für bestimmte Dienstleistungen darf eine Bank entweder keine Gebühren erheben, oder es existieren Beschränkungen. Durch die BaFin gesichert ist auch, dass Bankkunden durch die Einlagensicherung geschützt sind. Gerät Ihre Bank in Schieflage, sind Ihre Bargeldvorräte, Verträge und Forderungen aus Wertpapiergeschäften bis maximal 100.000€ versichert.

Laut eigener Aussage sorgt die BaFin mit der Gesamtheit ihrer Aktivitäten für “Stabilität [der Banken] und für die Integrität des Finanzsystems insgesamt”. Wer ein wenig Zeit mitbringt, kann sich alle Punkte auf der BaFin Website zu Gemüte führen – interessant ist das allemal, erfordert allerdings ein wenig Geduld. Dabei handelt es sich, wie im vorherigen Artikel zum Thema Bankenregulierung bereits erwähnt, nur um die Auflagen der BaFin als eine von vielen Regulierungsorganen. 

Aktueller Fokus: IT

Im Fokus liegt aktuell natürlich das Thema IT-Sicherheit, das für Verbraucher relevant ist. Im November 2017 wurde die BAIT veröffentlicht, die Bankaufsichtlichen Anforderungen an die IT, in welchen Standards festgehalten sind, die Bankensysteme in Punkto Informationssicherheit erfüllen müssen. So soll beispielsweise verhindert werden, dass durch Fehler in den IT-Infrastrukturen etwa Doppelbuchung ausgeführt werden können oder wie Banken ihre Systeme gegen Cyberkriminalität schützen können. Außerdem ist auch reguliert, welche Daten Banken in der Cloud hosten dürfen oder welche Authentifizierungsmethoden im Mobile Banking erforderlich bzw. erlaubt sind.

Zusammengefasst erfüllt die Regulierung von Banken natürlich vorrangig den Zweck, riskante Geschäfte einzudämmen und Krisen wie 2008 zu verhindern. Immer mehr in den Vordergrund rücken aber komplexe Auflagen, die sich im Zuge der Digitalisierung ergeben, Kunden sowie ihre Daten schützen und ihnen den Zugang zu innovativen Angeboten sichern sollen. Alleine die Implikationen von PSD2 und MiFID2 kosten die Banken enorme Ressourcen. Bedenkt man aber, zu welch großem Teil Banking heute digital passiert, ist das nur gerechtfertigt. Schließlich wollen Sie nicht nur, dass das globale Finanzsystem stabil bleibt, sondern auch ihre Schäfchen im trockenen behalten.