23.07.2019 15:00

Nachhaltig leben – nachhaltig sparen!

Bio, öko – und jetzt nachhaltig? Was bei einigen schnell als kurzlebiger und halbherziger Trend verkommt, sind im Grunde spannende und nötige Ansätze, um unsere Umwelt zu schonen und das eigene Konsumverhalten einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Nachhaltigkeit ist eine weitere Herangehensweise, die Ressourcen schonen und unsere Wirtschaft gehörig umkrempeln kann. Und sogar auf Ihre Finanzen hat Nachhaltigkeit auf Dauer einen positiven Einfluss!

Was ist Nachhaltigkeit?

Per Definition steht Nachhaltigkeit (engl. sustainability) für eine Lebensweise, bei der ein möglichst ressourcenschonender Lebenszyklus im Fokus steht. Produktion, Rohstoffe, Vertrieb, aber auch Abbau sollen weder Mensch noch Umwelt Schaden zufügen. Gleichzeitig werden endliche Ressourcen wie Öl oder Kohle gemieden, um vermehrt erneuerbare Rohstoffe wie Sonnenenergie oder Holz einzusetzen. Zudem kann der Konsum selbst nachhaltig sein: Weniger und bewusster einkaufen ist für viele Menschen des globalen Nordens eine wahre Herausforderung. Nachhaltiger Konsum setzt auf wenige Produkte, die langlebig, vielseitig nutzbar und idealerweise zudem ressourcenschonend und fair produziert sind. Und hier wird es komplex. Schließlich ist Nachhaltigkeit kein rein auf Konsum ausgerichtetes Konzept, sondern kann in vielen Lebensbereichen Anwendung finden: Nachhaltiger Handel beispielsweise bezeichnet Handelsbedingungen, die für alle Beteiligten fair sind – bekannt als Fair Trade. Auch nachhaltige Technologien wie Windräder, Fotovoltaikanlagen und Wasserkraft sind willkommene Alternativen zu Kohle und Co.

Die Verstrickungen sind hierbei sehr schnell sehr undurchsichtig: Ist es nachhaltig, ein biologisch produziertes Produkt um die ganze Welt fliegen zu lassen, statt ein herkömmliches, dafür aber regional hergestelltes Produkt zu kaufen?

Nachhaltigkeit für Einsteiger – die 4 Rs

Klingt alles nach einer schönen Öko-Utopie – aber in unserer freien Wirtschaft lässt sich das doch niemals realisieren? Das stimmt nicht! Mit dieser kleinen Checkliste können Sie Ihre tagtäglichen Gewohnheiten auf den Prüfstand stellen:

Refuse: Lehnen Sie Dinge, die nicht nachhaltig – und oft auch nicht nötig – sind, einfach ab. Statt Plastiktüten nehmen Sie einen wiederverwendbaren Beutel zum Einkaufen. Prospekte lassen Sie sich per Mail schicken, und den nächsten Kaffee füllen Sie in den mitgebrachten Mehrwegbecher.

Reduce: Wir kaufen ständig neue Dinge – aber eigentlich sind unsere Schränke voll? Versuchen Sie doch, Anschaffungen wie Kleidung oder Dekoration selbst weiterzuverkaufen oder zu verschenken. Es tut doppelt gut, regelmäßig auszumisten: Sie haben am Ende mehr Platz und übrig bleiben nur Dinge, die Sie wirklich gern tragen oder tatsächlich verwenden.

Reuse: Der größte Feind der Nachhaltigkeit? Einweg! Ob als Verpackung oder Besteck: Produkte, die sich kein zweites Mal benutzen lassen, sind in den seltensten Fällen nachhaltig. Setzen Sie deshalb auf Alternativen, die Sie einmal anschaffen und dann viele Male benutzen können – sogar, wenn sie in der Anschaffung zunächst etwas teurer erscheinen.

Recycle: Nicht alles kann man verwerten – und das ist auch okay so. Doch achten Sie dann darauf, Ihren Müll korrekt zu trennen und entsprechend zu entsorgen.

Greenwashing: alles andere als sauber

Sie bemühen sich bereits um Nachhaltigkeit und wählen bewusst aus, was Sie konsumieren? Sie verlassen sich beispielsweise darauf, dass große Modehersteller mit Kleidungsstücken aus Bio-Baumwolle oder groß angelegten Marketingkampagnen ihren Teil zur Nachhaltigkeit beisteuern? Dann müssen wir Sie hier enttäuschen: Nicht selten versteckt sich hinter diesen Maßnahmen sogenanntes Greenwashing. Dabei werden Produkte oder Dienstleistungen als wesentlich ökologischer oder nachhaltiger dargestellt, als sie eigentlich sind. Da wären beispielsweise die Energiekonzerne, die sich als nachhaltig präsentieren und dabei noch Millionen in Kohleabbau investieren. Oder Textilriesen, die Bio-Baumwolle verwenden und deren Arbeiter in den Fabriken für einen Hungerlohn arbeiten. Hier wird Nachhaltigkeit als Trendthema für die eigene Markenwahrnehmung genutzt.

3 Tipps für Nachhaltigkeit im Alltag

Bus & Bahn statt Auto: Manchmal ist das Auto wirklich die bequemere Wahl – viele Erledigungen lassen sich allerdings problemlos mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln tätigen. Gerade in Metropolregionen ist das Bus- und Bahnnetz oft sehr gut ausgebaut.

Selbst kochen statt Mittagessen kaufen: Schauen Sie doch einmal nach der nächsten Mittagspause in den Küchenmülleimer: jede Menge Salatpackungen und Plastiktüten… Kochen Sie am Vorabend einfach etwas mehr und nehmen Sie sich eine Portion mit ins Büro. Das ist nicht nur wesentlich gesünder, es spart auch jede Menge Geld!

Slow Fashion statt Fast Fashion: 60 Prozent aller Deutschen geben zu, mehr Kleidung zu besitzen, als sie eigentlich tragen. Gleichzeitig werden Kleidungsstücke teilweise schon nach dem siebten Tragen entsorgt. Slow Fashion ist dagegen nachhaltig produziert, länger haltbar und oft hochwertiger.

Natürlich erwartet niemand von Ihnen, dass Sie von heute auf morgen komplett auf Plastik verzichten oder ausschließlich Secondhand-Kleidung tragen. Hinterfragen Sie jedoch immer wieder Ihre Gewohnheiten und versuchen Sie, Nachhaltigkeit Stück für Stück in Ihren Alltag zu integrieren.

Geld sparen mit Nachhaltigkeit

Tatsächlich freut sich nicht nur die Umwelt über Ihren nachhaltigen Konsum – auch der Geldbeutel lacht, wenn Sie sich für ökologischere Alternativen entscheiden! Bestes Beispiel hierfür ist der schnelle Fertigsalat in der Mittagspause – bringen Sie Ihren eigenen Lunch mit, wird das Mittagessen oftmals wesentlich günstiger, da Sie größere Portionen vorbereiten und gleich noch die nächsten Tage versorgt sind. Oder Sie ersetzen Mineralwasser aus der PET-Flasche durch Leitungswasser in einer Mehrwegflasche: Diese kosten in der Anschaffung zwischen 20 und 30 Euro – Leitungswasser ist dafür mit ca. 0,2 Cent pro Liter praktisch kostenlos. Eine schnelle Flasche Wasser im Bahnhofskiosk kostet dagegen gern einmal 1,50 Euro. Die Kosten für Ihre Wasserflasche amortisieren sich so innerhalb eines Monats. Dass Secondhand-Kleidung günstiger als neuwertige Kleidung ist, erschließt sich von selbst; mittlerweile bieten auch viele Online-Plattformen den Tausch gebrauchter Kleidung an, die noch in einwandfreiem Zustand ist. Und zuletzt: Einer Studie der Deutschen Umwelthilfe nach werden in Deutschland stündlich (!) 320.000 Einwegbecher verbraucht. Einige Cafés geben deshalb inzwischen kleine Rabatte auf Kaffeespezialitäten und Tee, wenn Kunden ihre eigenen Becher mitbringen.

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